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Die Talapark Ambulanz in Kalkutta

In der Talapark-Ambulanz kümmert sich ein 30-köpfiges Team täglich um 90 Kranke. Dazu zählen vier Ärztinnen und Ärzten, ein Physiotherapeut, auf Wunderversorgung spezialisiertes Pflegepersonal und Frauen, die den Bedürftigen Decken und eiweißreiche Zusatznahrung aushändigen. Insgesamt 18.000 Patientinnen und Patienten sind im Register erfasst.

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Eingang der Talapark-Ambulanz

Foto: Marion Schade

Im Zentrum der Ambulanz befindet sich der Wartebereich, wo Frauen in Saris, Kinder und alte Männer auf Bänken sitzen. An zwei Gebäudeseiten gibt es kleinere abgetrennte Räume, in denen Untersuchungen, Wundversorgung, Physiotherapie, Sprachtherapie und Gesundheitserziehung stattfinden. Auch das gut besuchte Mutter-Kind-Gesundheitsprogramm ist in einem der Räume untergebracht. Das Behindertenprogramm ist ebenfalls hier angesiedelt. 140 behinderte Kinder und Jugendliche werden regelmäßig betreut.
An sechs Tagen in der Woche werden in der Ambulanz Menschen mit chronischen Erkrankungen wie HIV-Infektion, Nierenerkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes behandelt. Manche bedürfen einer kostspieligen Langzeitbehandlung.

Wartende Patienten Talapark

Wartende Patienten in der Talapark Ambulanz

Foto: Marion Schade

Neben der klinischen Untersuchung werden auch die Lebensumstände erfasst. Kann sich jemand eine Behandlung nicht leisten, wird der Fall an den medizinischen Ausschuss (Medical Audit Committee, MAC) von Calcutta Rescue überwiesen. Der Ausschuss, bestehend aus ärztlichem Personal und Mitarbeitern des Management, trifft die meist schwierige Entscheidung, ob Calcutta Rescue die Finanzierung der Behandlung übernehmen kann. Bevor die Behandlung begonnen wird, besuchen Mitarbeiter die Betroffenen an ihrem Wohnort, um sicher zu gehen, dass die Lebensumstände so prekär sind wie beschrieben wurde.
Der Klinikleiter, der seit 25 Jahren bei Calcutta Rescue arbeitet und nun selbst an Diabetes leidet, erklärt, warum die Talapark-Ambulanz so geschätzt wird. Die Versorgung sei besser als in staatlichen Kliniken.

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Sean Duggan (links) mit Peterson (rechts), ehem. Leiter
der Talapark-Ambulanz (nun bei der Straßenambulanz)

Foto: Calcutta Rescue

Die Patientinnen und Patienten wüssten, dass das Personal sie wertschätze und sie nicht stundenlang für eine ärztliche Untersuchung oder ein Medikament Schlange stehen müssten.
Es ist nicht einfach, in der Talapark-Ambulanz zu arbeiten, vor allem nicht wenn es 42°C sind. Doch wenn man krank ist, kann man sich kein engagierteres und teilnahmsvolleres Team an seiner Seite wünschen.

 

Von Sean Duggan, Calcutta Rescue England
Übersetzt von Burkahrd Salfner, gekürzt von Marion Schade